Ausstellung über das Vernichtungslager Malyj Trostenez im EL-DE-Haus in Köln

Am Mittwoch, dem 18.10.2017 wurde in Köln im EL-DE-Haus (NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln) eine Ausstellung über das Vernichtungslager Malyj Trostenez bei Minsk, Belarus, eröffnet. Sie erinnert und informiert über das Vernichtungslager, das kaum jemand kennt, in dem aber zwischen 1942 und 1944 nach Schätzungen von Historikern 40 000 bis 60 000 Menschen, überwiegend jüdische Kinder, Frauen und Männer, ermordet wurden. Unter ihnen befanden sich auch mehr als 1000 Juden aus Köln und Umgebung, die mit DA 219 am 20.07.1942 von Köln nach Minsk deportiert und sofort nach ihrer Ankunft ermordet wurden.In diesem Zug befanden sich auch die letzten jüdischen Kinder aus Köln, die in der jüdischen Schule "Jawne" auf engstem Raum untergebracht waren und ihr Schuldirektor Erich Klibansky und dessen Familie. Ihm ist eine Sonderausstellung im Lern- und Gedenkort Jawne (Erich-Klibansky-Platz, Albertusstr. 26, 50667 Köln) gewidmet, (26.10.2017-30.04.2018). Die Ausstellung über Malyj Trostenez ist ein Gemeinschaftsprojekt des IBB Dortmund, des IBB Minsk, des NS-Dokumentationszentrums Köln, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und wird derzeit in Brest und in Köln (bis zum 18.02.2018) gezeigt. In insgesamt 24 Städten wird sie zu sehen sein, auch in Österreich und Tschechien, denn von dort aus wurden ebenfalls jüdische Menschen nach Malyj Trostenez deportiert. Die Stelen informieren meist gleichzeitig auf Russisch und Deutsch, einige Stelen zeichnen das Schicksal einzelner Personen und Familien aus Weißrussland, Tschechien, Österreich und Deutschland nach. Eine Stele ist der Familie Helga, Alma und Norbert Leiser aus Kerpen gewidmet. Alma Leiser wurde 1904 als jüngste Tochter von Aaron und Eva Wolffs aus Dornum geboren.

Weitere Informationen über die Ausstellungen sind abzurufen unter www.nsdok.de und www.jawne.de.

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